„Man kann nicht nicht kommunizieren.", schreibt Paul Watzlawick in seinen fünf Kommunikationsaxiomen. Auch wenn diese Aussage zunächst irritierend scheinen mag, ergibt sie eigentlich ziemlich viel Sinn. Egal ob das genervte Schweigen unseres Partners nach einem Streit, oder der flirty Blick einer fremden Person in der Bahn – auch ohne Worte kommunizieren wir ständig mit unserer Umwelt.
Kommunikation kann immer als ein Austausch von Zeichen zwischen mindestens zwei Personen, bei dem Informationen übertragen werden, definiert werden. Grundlage hierfür ist, dass die Beteiligten denselben Wissenshintergrund und dasselbe Zeichen-Repertoire besitzen. Stell dir vor du bist im Urlaub in einem Café und möchtest gerne etwas bestellen, aber du und der Kellner sprechen nicht dieselbe Sprache. Da ihr nicht denselben Wissenshintergrund habt, was Sprache angeht, könnte sich die Kommunikation auf dieser Ebene als eher schwierig erweisen. Vielleicht teilt ihr jedoch ein Wissen an Handzeichen und Gestiken und könnt so miteinander kommunizieren.
Wie man an diesem Beispiel sieht, gibt es verschiedene Arten der Kommunikation. Man kann diese grob in verbale und non-verbale Kommunikation einteilen. Zu den Mitteln verbaler Kommunikation gehören einerseits Sprechen, jedoch auch Zuhören, Fragenstellen, Erklären, Lachen und Humor. In einer Konversation kommt es meist zu einer Verbindung all dieser Mittel. Stellt jemand mir eine Frage, zu etwas, das ich erzählt habe, kann ich davon ausgehen, dass die Person mir wahrscheinlich zugehört hat. Lacht jemand über meinen Witz, weiß ich, dass die Person meinen Humor versteht. Und Humor und Lachen hat bei verbaler Kommunikation eine besonders schöne Rolle, da sie dabei helfen Beziehungen mit anderen aufzubauen und auch zu erhalten.
Zu nonverbaler Kommunikation auf der anderen Seite gehören Dinge wie Gesichtsausdrücke, Körpersprache, wie nah oder weit ich von einer Person entfernt bin oder auch Zeichen, wie Winken oder einen Daumen hoch. Auf diese Arten der Kommunikation bezieht sich auch das Axiom von Watzlawick vom Anfang, oder Sprichwörter wie „Schweigen sagt mehr als tausend Worte."
Durch unsere Körperhaltung, unsere Blicke und unsere Gesichtsausdrücke kommunizieren wir unserer Umwelt mal mehr mal weniger bewusst, wie wir uns gerade fühlen, oder was wir gerade denken. Wenn unser Gegenüber uns anstrahlt und grinsend mit erhobenem Haupt vor uns steht, gehen wir davon aus, dass es der Person gut geht. Kauert jemand schluchzend vor uns auf dem Boden, gehen wir davon aus, dass es der Person schlecht geht – und das ohne jegliche verbale Kommunikation.
Auch in intimen Situationen kommunizieren wir sowohl auf verbale als auch auf nonverbale Art. Körperhaltung und Blickkontakt können uns viel darüber erzählen, wie sich eine Person gerade in einer Situation fühlt. Besonders bei Leuten, die man nicht besonders gut oder lange kennt, kann es jedoch schwer fallen diese nonverbalen Signale richtig zu interpretieren. Da der gemeinsame Wissenshintergrund noch nicht so ausgeprägt und klar ist, kann es zu Fehlinterpretationen und Missverständnissen kommen. Hier kann verbale Kommunikation nachhelfen, da solange ihr dieselbe Sprache sprecht, in ambivalenten Situationen Schweigen nicht mehr als tausend Worte sagt, sondern Worte für mehr Klarheit sorgen.
– Helena Ziegler, 10. März 2026